Diese und ähnliche Fragen werden uns immer wieder und völlig zu Recht gestellt. Das Nahwärmenetz im Mörscher Tiefgestade bleibt ein zentrales Projekt für eine nachhaltige Wärmeversorgung in unserer Stadt. Warum wir mit dem Vorhaben bisher nicht so weit gekommen sind, wie wir es uns wünschen, erläutern wir in diesem Artikel.
Gleichzeitig möchten wir Ihnen ein klares Signal senden: Trotz aller Herausforderungen und veränderter Rahmenbedingungen treiben wir die Planungen engagiert voran. Wir arbeiten intensiv an einer tragfähigen technischen und wirtschaftlichen Lösung, um das Mörscher Tiefgestade bald mit nachhaltiger, lokal erzeugter Wärme zu versorgen.
Warum verschiebt sich der Baubeginn im Neubaugebiet Bach-West?
Der Baustart im Neubaugebiet Bach-West wurde um zwei Jahre auf 2027 verschoben, damit der städtische Haushalt hinsichtlich der anfallenden Kosten für Erschließung und Infrastruktur entlastet wird.
Bedeutet das, dass auch das Nahwärmenetz im Mörscher Tiefgestade später kommt?
Das muss nicht der Fall sein. Es wird überprüft, ob der Ausbau im Mörscher Tiefgestade bereits früher starten kann, zunächst unabhängig vom Neubaugebiet. Als mögliche Wärmequelle könnte dabei das Schulzentrum mit seiner Hackschnitzelheizung dienen. Die bestehenden Planungen werden deshalb überarbeitet.
Bleiben die Planungen für die Wärmeversorgung des Neubaugebietes bestehen?
Ja, für das Neubaugebiet ist weiterhin eine Großwärmepumpe in Kombination mit Kraft-Wärme-Kopplung und einem Wärmespeicher vorgesehen. Ergänzt wird das System durch Photovoltaikanlagen auf der Heizzentrale und Photovoltaik-Parkplatzüberdachungen, die zugleich Schatten spenden und vor Nässe schützen.
Wer wird die Nahwärmeversorgung später betreiben?
Die Stadt Rheinstetten gründet einen Eigenbetrieb Wärmeversorgung, der Anfang 2026 arbeitsfähig sein soll. Dieser Eigenbetrieb wird den Aufbau des Nahwärmenetzes übernehmen. Der spätere Betrieb erfolgt ebenfalls durch den Eigenbetrieb, vorrausichtlich in Kooperation mit einem Dienstleister.
Wann erfahren Anwohnende im Tiefgestade mehr?
Sobald die Planungen so weit fortgeschritten sind, dass eine Umsetzung konkret möglich ist, wird die Stadtverwaltung die Anwohnerinnen und Anwohner zu einer Informationsveranstaltung einladen.
Kann ich jetzt noch Interesse an einem Anschluss an das Nahwärmenetz bekunden?
Ja, interessierte Eigentümerinnen und Eigentümer können sich jederzeit (z.B. per Mail an klimaschutz@rheinstetten.de) bei der Stadtverwaltung melden, um ihr Interesse an einem Anschluss an das Nahwärmenetz zu bekunden. Tatsächliche Vertragsabschlüsse sind jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich.
Welche gesetzlichen Regeln gelten aktuell?
Derzeit ist das Gebäudeenergiegesetz (GEG) nach wie vor in Kraft, das beim Einbau neuer Heizungen einen Anteil erneuerbarer Energien von mindestens 65 Prozent vorschreibt. Außerdem gibt es die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), die den Anschluss an ein Nahwärmenetz mit mindestens 30 Prozent Zuschuss unterstützt und unter bestimmten Bedingungen eine Förderung von bis zu 70 Prozent ermöglicht. Der Anschluss an die Nahwärme erfüllt alle Vorgaben. Sollte sich die Inbetriebnahme eines Wärmenetzes zeitlich verzögern, gibt es hier Übergangsfristen. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen werden laufend beobachtet, da die neue Bundesregierung möglicherweise Änderungen beschließen könnte.
Warum gibt es noch keine Preise?
Die Stadt möchte erst dann konkrete Angebote vorlegen, wenn alle Planungs- und Rechtsfragen geklärt sind und verlässliche Kosten vorliegen. Dabei spielen Faktoren wie Energiepreise, Baukosten und Förderbedingungen eine wichtige Rolle.